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Brüssel: EU einigt sich auf Amalgam-Verbot für Kinder
Brüssel: EU einigt sich auf Amalgam-Verbot für Kinder

Brüssel: EU einigt sich auf Amalgam-Verbot für Kinder

EU entscheidet sich vorerst gegen ein generelles Amalgam-Verbot, aber für den Schutz unserer Kinder.

Die Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Parlament, Kommission und Rat zur Ratifizierung der Minamata-Konvention, die die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll, wurden in der Nacht zum Mittwoch abgeschlossen. Die drei Institutionen haben sich auf einschränkende Maßnahmen bei dem Gebrauch von Amalgam-Füllungen in der Zahnmedizin geeinigt. Amalgam besteht zu 50 Prozent aus dem hochgiftigen Schwermetall.

Ab dem 1. Juli 2018 darf Amalgam bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen verwendet werden. Bis 2020 wird außerdem geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten können.

Damit ist ein grundsätzliches Verbot am Europäischen Rat erst einmal gescheitert. Hierfür hatten sich das Europäische Parlament, die Gesellschaft für Schwermetalltoxikologie (GST) sowie zahlreiche weitere Organisationen von Zahnärzten, Umweltmedizinern, Verbraucherschützern und Umweltschützern eingesetzt. Aufgrund der öffentlich geäußerten Positionen aus dem Bundesgesundheitsministerium gehen Beobachter davon aus, dass ein generelles Amalgam-Verbot damit auch an Deutschland gescheitert ist.

Mit dem Kompromiss kann die EU das internationale Abkommen nun ratifizieren.

Das Verbot für den Schutz unserer Kinder ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir werden uns aber auch weiterhin für ein grundsätzliches Verbot einsetzen, denn mit dieser Beschränkung wird die allgemeine Verwendung von Amalgam nur geringfügig sinken. Aktuell werden 75 Tonnen Quecksilber eingesetzt, das entspricht 24 Prozent des gesamt verwendeten Quecksilbers in der Europäischen Union und der Anteil wird steigen, denn andere Produkte und Verwendungen werden mittlerweile schon verboten.