Zum Inhalt springen

DEGUZ Newsletter Ausgabe Nr. 11, Frühjahr 2020

Liebe Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute lesen Sie den DEGUZ-Newsletter mit folgenden Themen:

In den Medien werden aktuell zwei Laboruntersuchungen diskutiert und leider manchmal auch verwechselt.

Zum einen gibt es schon seit Beginn der Pandemie den SARS-CoV-2-Direktnachweis mittels PCR. Dieser Test wird von sehr vielen Labors durchgeführt. Er weist das Virus an Hand seiner RNA nach und wird aus einem Nasen- oder Oropharyngealabstrich durchgeführt. Ein positives Ergebnis bedeutet, dass der Patient infiziert und damit infektiös ist. Er kann Symptome haben, muss es aber (noch) nicht. Die Virusreplikation kann bekanntlich schon 2-3 Tage vor Ausbruch der Symptome sehr hoch sein. Das sind dann die sogenannten Superspreader hinsichtlich der Verbreitung des Virus. Positive Ergebnisse werden vom Labor dem für den Patienten zuständigen Gesundheitsamt gemeldet welches dann die Quarantäne-Massnahmen veranlasst. Jeder dieser gemeldeten Patienten geht in die täglich vom RKI veröffentliche Zahl der Neuinfektionen ein.

Der zweite derzeit in den Medien oft erwähnte Labortest ist der ELISA-Testauf Antikörper gegen SARS-CoV-2. Das IMD-Berlin führt diesen Test als eines der ersten Labore in Deutschland seit einigen Tagen durch. Die Antikörper-Bestimmung dient vorrangig dazu, eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2 nachzuweisen und eine mögliche Immunität gegenüber COVID-19 zu bewerten.

Die Antikörper-Bestimmung ist dagegen nicht geeignet zur Akutdiagnostik bei Erkrankten und ersetzt nicht  den oben erläuterten SARS-CoV-2-Direktnachweis. Antikörper werden nämlich frühestens 5-9 Tage nach erfolgter Virusübertragung gebildet und selbst in den ersten 7 Tagen nach Auftreten der ersten Symptome der COVID-19-Erkrankung (v.a. Fieber und trockener Husten) liegt die Rate positiver Ergebnisse bei lediglich ca. 50%. Danach steigt die Antikörperbildung aber deutlich an. Patienten mit Symptomen zeigen 10-14 Tage nach Erkrankungsbeginn in ca. 95% der Fälle nachweisbare IgG und/oder IgA bzw. IgM. Insofern sprechen sicher positive Antikörper dafür, dass die betreffende Person eine SARS-CoV-19-Infektion bereits durchgemacht hat.

Aktuell noch unklar ist, ob diese Ergebnisse auch auf sehr leichte oder asymptomatische Krankheitsverläufe übertragbar sind. Auch können aufgrund der Kürze der Zeit noch keine aussagefähigen Studien vorliegen, inwieweit bei nachweisbaren IgG-Antikörpern tatsächlich eine sichere Immunität besteht oder wie lange diese anhält. Versuche an Rhesusaffen haben gezeigt, dass bei IgG-positiven Tieren keine Zweitinfektion möglich ist. Beim Menschen wird das vermutet, analog zu anderen Viren. Kürzlich haben Fälle angeblicher Zweitinfektionen in Südkorea für Aufsehen in den Medien gesorgt. In Fachkreisen wird allerdings vermutet, dass diese Patienten zwischendurch nicht virusfrei waren und dass es sich nicht um echte neuerliche Infektionen handelt. Hier laufen aktuell viele Studien, wobei sichere Aussagen erst in einigen Monaten zur Verfügung stehen können.

von Dr. Volker von Baehr

Liebe Freunde in der DEGUZ,

die aktuelle Krise hat uns alle zum Stillstand gebracht, alle sorgen sich zurecht um die berufliche und private Zukunft. Mit der kürzlich von uns zugesandten persönlichen Darstellung von Andreas zeigt sich für uns alle eine andere, gerne weit weggeschobene  Dimension der SARS-CoV-2- Plage.

Auch wenn sich das Problem bei unseren Verantwortlichen in den Kammern und in der Politik noch nicht so herumgesprochen hat: bleibt zu Hause, sprecht den Notdienst ab.  Den Notdienst aber nur mit umfangreichsten Schutzmaßnahmen und nur von Kollegen ohne Vorerkrankung.   Das reicht aus als „Versorgungsauftrag“ – aber schützt Euch, schützt Eure Mitarbeiter. Wir brauchen Euch alle ganz dringend: Ihr seid systemrelevant, das könnt Ihr aber nur ausfüllen, wenn Ihr gesund seid. Bitte keine weitere „Präp“….

Erkrankt seid Ihr als Zahnärzte nur Superspreader – lest das bitte bei Andreas nach: besser kann man es nicht ausdrücken. (Tagebuch von ZA Andreas Möckel)

Die DEGUZ hat bis zum Sommer alle Kurse abgesagt – d.h. nicht, daß wir zwischenzeitlich tatenlos sind. Wir werden den abgesagten Block 4 des Curriculum Umwelt-ZahnMedizin als Online-Kurs nachholen – auch für uns Neuland, aber unausweichlich.

Ebenso werden wir unsere Arbeitskreise online weiterführen – so wie wir das aktuell auch mit unseren Vorstandssitzungen praktizieren.

Lieber Pascal Dubrow– vielen Dank für die Sichtung der vorhandenen technischen Möglichkeiten. Wie immer steckt der Teufel im Detail. 

Unsere Jahrestagung verschieben wir um ein Jahr auf den 7.+ 8. Mai. 2021, wiederum in Leipzig.

Aktuell gibt es in der DEGUZ 2 Arbeitskreise, die natürlich auch erst einmal online weiterbetrieben werden müssen. Ist der zahntechnische Arbeitskreis schon gut etabliert, so gibt es beim zahnärztlichen schon noch Raum für Steigerungen.

Wir suchen immer Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, sich für die DEGUZ zu engagieren.

Die DEGUZ wurde eingeladen, an der Leitlinienkonferenz der DGI und DGZI zum Thema Materialunverträglichkeiten teilzunehmen – da werden wir natürlich mit am Tisch sitzen.

Ich hatte bei der letzten Mitgliederversammlung darauf hingewiesen, daß ich mich 2021 nicht mehr bei der Vorstandswahl für die DEGUZ bewerben werde. Nach 12 Jahren Vorstandsarbeit wird es höchste Zeit für eine jüngere Kollegin oder einen jüngeren Kollegen, das Führen zu übernehmen.  Jeder von Euch ist aufgerufen, sich jetzt bereits Gedanken machen, wie es dann in der DEGUZ weitergehen soll. Die persönliche Entscheidung auf eine MV 2021 zu vertagen wird wenig zielführend sein.

Wir geben allen aktiven Kollegen (m/w) die Gelegenheit, uns jederzeit in unserer Vorstandsarbeit zu begleiten.

Vor 20 Jahre haben Claudia und ich begonnen, die UmweltZahnMedizin aufzubauen, unsere ersten diesbezüglichen Seminare liefen 2006. Wir wünschen uns von Euch Anerkennung in dem Sinn, daß Ihr mit Eurem Engagement die UmweltZahnMedizin in den nächsten 20 Jahren mit Eurem Wissen und Eurer Erfahrung prägt.

Konsumieren ist bequem – aber gerade in der derzeitigen Krise muß jedem klargeworden sein, daß man die Gesundheit nicht nur (Kammer) Politikern überlassen darf. Wir haben alle eine Verantwortung für unsere Patienten und Kollegen.

Ich hoffe, Euch alle auf einem der nächsten Kurse oder bei der nächsten Jahrestagung gesund wiederzusehen.

Euer
Lutz Höhne

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

COVID-19 hat mich also erwischt. Wie mir gestern durch den Präsidenten unserer Landeszahnärztekammer mitgeteilt wurde, bin ich der erste und bislang einzige Zahnarzt in der gesamten Bundesrepublik, der von einem Patienten angesteckt wurde. Nun ist natürlich das Interesse der Kammer groß, denn eine Ansteckung während der Behandlung vom Patienten galt in den Kreisen der Standespolitik wegen der von dort beschworenen sehr hohen zahnärztlichen Hygienestandards bis dato als sehr unwahrscheinlich. Und nun verderbe ich die Statistik, das darf nicht sein!  

Mein Fall wurde durch das Gesundheitsamt Potsdam als „schwerer Krankheitsverlauf“ eingestuft. Auch meine Frau war erkrankt und positiv getestet, ihr Krankheitsverlauf war jedoch deutlich milder. Ebenfalls zeigten zwei weitere Mitarbeiterinnen in der Folge coronatypische Symptome, eine Testung unterblieb jedoch. Da mittlerweile durch das IMDBerlin ein aussagefähiger Antikörpertest verfügbar ist, habe ich bei meinem gesamtes Team eine solche Bestimmung durchführen lassen, um genauer zu wissen, wer bereits die Infektion durchgemacht hat und ob sich ausreichend Antikörper gebildet haben.

Diese Corona-Erkrankung war etwas, dass ich in meinem Leben bisher so nicht kennen gelernt hatte. Ständig wechselnde Symptome, eine mit der Zeit massiv zunehmende Erschöpfung und Kraftlosigkeit, natürlich auch eine sich ab den 10. Krankheitstag einstellende Atemnot mit Husten.

Entstanden ist dieses Tagebuch in der Facebookgruppe „Dentalfamilie“. Die Reaktion auf meinen ersten Beitrag war einfach derart generell positiv und überwältigend, dass mir sofort bewusst wurde, dass ich als einer der Ersten mit eigenen Erfahrungen den Kollegen, Mitarbeiterinnen und Interessierten unbedingt berichten muss, wie Corona tatsächlich verläuft. Ich habe in dieser Gruppe ganz viele liebe, aufmunternde und emotional berührende Antworten und Genesungswünsche erhalten, mein Tagebuch wurde nach Frankreich und Österreich, in die Schweiz und sogar an Kollegen in Amerika weiter geleitet, so groß ist das Interesse an Informationen direkt von einem Betroffenen.

Bitte achtet beim Lesen auf das jeweilige Tagesdatum und den zu diesem Zeitpunkt herrschenden Umfang des Lockdown. Heute wissen wir vieles besser und genauer, was zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch unbekannt war. 

zum Tagebuch von ZA Andreas Möckel

In der ästhetischen Zahnheilkunde werden, um dem Patienten sein neues Lächeln zu zeigen, oft Front-Wax-Ups hergestellt, die dann über die Vorwall-/Stempeltechnik mit unterschiedlichen fein fließendem Kunststoff lichthärtend oder mit Autopolymerisate im Munde des Patienten als Mock-up umgesetzt werden. Die Polymerisation findet im Munde des Patienten statt. Im folgenden Beitrag zeigen wir einen komplett anderen Weg zur Mock-up-Herstellung ohne den Patienten zu belasten. Der Artikel ist im "Dental Digital" im Dezember 2019 erschienen.

Zum Artikel: Scan it – analyse it – mill it – try it!

von Norbert Wichnalek, Arbnor Saraci, Lukas Wichnalek 

 

Kieferherd und systemische Entzündungen
Aktuell ist das neue Ultraschallgerät zur Messung der Knochendichte im Kieferbereich CaviTAU® als Medizinprodukt in der EU zugelassen und zur Anwendung an Patienten freigegeben. Frühe Interessenten werden mit der Lieferung ab März 2020 bevorzugt als Mitglieder des „International College of Maxillo-mandibular Osteoimmunology“ (Link) bedient. Aktuelle Infos hier. CaviTAU® ermöglicht exakte bildgebende und strahlungsfreie Darstellung, der in unseren zahlreichen Publikationen aus der DEGUZ (Link zu PubMed) wissenschaftlich dargestellten fettig-degenerativen Osteolysen/Osteonekrosen im Kieferknochen (FDOK), die als RANTES/CCL5 Quellen für zahlreiche systemisch- immunologische Erkrankungen mitverantwortlich zeichnen. (Artikel Lechner/von Baehr aus UMG). Selbstverständlich wird CaviTAU® auf der DCEGUZ-Tagung in Leipzig praktisch demonstriert!   

The Effects of Craniosacral Techniques on the Kinematics of the Craniomandibular Joint
Für allem die sich mit Kranialer Osteopathie beschäftigen: Einer der wenigen, oder gar der einzige und weltweit erste numerisch dargestellte Nachweis der Kranialen Osteopathie ist uns (Lechner und Osteopathie-Team) in dem Artikel aus Peer Review Acta Scientifica „The Effects of Craniosacral Techniques on the Kinematics of the Craniomandibular Joint – Kinematographic Validation“ (Artikel) gelungen. 

von Dr. Johann Lechner

08./09.05.2020 / Leipzig
12. Jahrestagung der DEGUZ

Die Tagung wird verschoben auf den 7./8. Mai 2021!

Weitere Informationen folgen in Kürze! Wir freuen uns über Ihren Besuch.
Programm (der Ablauf bleibt in 2021 gleich)


13.06.2020 / online
Online-Kongress Metalltoxikologie (dbu)

Achtung! Der Kongress findet online statt und nicht in Berlin!

Online Anmeldung  |  Programmflyer


04.-11.09.2020 / Berlin
Kompaktseminar Curriculum Umwelt-Zahn-Medizin
Programm und Anmeldung


hier finden Sie die komplette Veranstaltungliste